Doping im Freizeitsport


Für viele Jugendliche kein Tabu
Doping im Freizeitsport
Alloy Photograhy/Veer

Sportliche Großereignisse wie die Leichtathletik-WM oder die Tour de France werden immer wieder von Dopingfällen überschattet. Doch nicht nur Profisportler greifen zu leistungssteigernden Mitteln. „Auch wenn es in der öffentlichen Wahrnehmung noch keine große Rolle spielt: Doping im Freizeitsport ist mittlerweile keine Seltenheit mehr“, sagt Dr. Karin Koert-Lehmann.

Nebenwirkungen: Akne und Organschäden

Besonders bei Jugendlichen spielen zusätzlich übersteigerte Schönheitsideale eine Rolle. Dabei unterschätzen gerade junge Sportler die zum Teil gefährlichen Nebenwirkungen. Die Vorstellung, ohne Mehraufwand zu einem Waschbrettbauch oder einer schlanken Taille zu kommen, ist verlockend. Jugendliche sind besonders anfällig dafür.

Die gesundheitlichen Konsequenzen, besonders bei jungen Menschen, deren Körper noch in der Entwicklung ist, können allerdings gravierend sein. Wenn sich Jungen mithilfe von Anabolika Muskelberge aufbauen, riskieren sie, dass ihr Körperwachstum stoppt, dass sich ihre Hoden zurückbilden, sich Brüste ausprägen und die Haut von schwerer Akne verunstaltet wird. Darüber hinaus drohen Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Leber- und Nierenschäden. Wenn Mädchen Appetit zügelnde Hormone einnehmen, um schlank zu werden, führt dies häufig zu Reizbarkeit, Unruhe und Aggressionen.

Interview mit der Profi-Mountainbikerin Sabine Spitz

Die Mountainbike-Olympiasiegerin und Weltmeisterin Sabine Spitz engagiert sich deshalb gegen den Missbrauch verbotener Dopingpräparate auf breiter Ebene. Ihre Einschätzung zu Doping im Freizeitsport stellt Sabine Spitz im Interview dar.

Frau Spitz, wie schätzen Sie die Gefahr des Dopings im Freizeitsport ein?

Wenn man offiziellen Zahlen Glauben schenken darf, wird Doping im Freizeitsport ein zunehmendes Problem. Auch wenn es für viele Hobbyathleten nicht immer unbedingt um Medaillen oder hohe Preisgelder geht, stärken sportliche Leistungen doch das Selbstwertgefühl. Gerade junge Sportler entwickeln einen hohen Ehrgeiz und sehnen sich nach Anerkennung sowie positiver Bestätigung. Die Aussicht auf schnellere Zeiten und bessere Resultate oder auf einen gut gebauten, muskulösen Körper bewirkt wohl, dass viele Sportler ihre anfänglichen Skrupel gegenüber leistungssteigernden Mitteln beiseite schieben.

Die Risiken dieser Substanzen werden vor allem von Jugendlichen unterschätzt. Wie kann man sie Ihrer Meinung nach schützen?

In diesem Bereich sollte verstärkt Aufklärungsarbeit geleistet werden. Hierbei gilt es insbesondere bei Jugendlichen, auch das gesamte Umfeld mit einzubeziehen. Das heißt, auch die Eltern und den Trainerstab eines Nachwuchsathleten für dieses Thema zu gewinnen. Im Breitensport fehlt es aber an ausgebildeten Trainern. Deshalb besteht gerade hier die Gefahr, dass sich die Sportler überschätzen und ihre eigene Leistungsgrenze ignorieren. Über mögliche gesundheitliche Folgen sind sich die wenigsten Hobbysportler bewusst. Suchtverhalten und körperliche Veränderungen werden als Probleme unterschätzt. Auch die Medien könnten mehr über Risiken informieren.

Was würden Sie den Hobbysportlern auf den sportlichen Weg mitgeben?

Bei allem sportlichen Ehrgeiz sollte unbedingt der Spaß im Vordergrund stehen. Das bedeutet jedoch nicht, dass man bestimmte Ziele und die Motivation sie zu erreichen, aus den Augen verliert. Doch man sollte sich und seinem Körper dafür die nötige Trainingszeit zugestehen. Die Verlockung, sich durch Doping ein möglichst schnelles Erfolgserlebnis zu bescheren, ist ebenso groß wie trügerisch. Der Konsum selbst, unsachgemäße Anwendung und unseriöse Händler können schwere gesundheitliche Schäden zur Folge haben - das hat die Vergangenheit gezeigt.

News

Rauchen verschlimmert Basedow
Rauchen verschlimmert Basedow

Weg mit der Fluppe!

Menschen mit einem Morbus Basedow müssen im Alltag auf einige Dinge achten. Dazu gehört, mit dem Rauchen aufzuhören – denn Nikotin verschlimmert die Erkrankung. Das gilt besonders für die Augenbeteiligung.   mehr

Menstruationstasse statt Tampons?
Menstruationstasse statt Tampons?

Weniger Kosten, weniger Müll

Menstruationstassen sind praktisch: Sie bieten den gleichen Schutz wie Binden oder Tampons, verursachen weniger Müll und sind auch noch billiger als herkömmliche Hygieneprodukte. Doch wie sieht es mit der medizinischen Sicherheit aus?   mehr

Ingwer für das Immunsystem
Ingwer für das Immunsystem

Stimulation der weißen Blutkörperchen

Ob in Getränken oder Speisen: Ingwer hat sich in der deutschen Küche einen festen Platz erobert. Die scharfe Knolle schmeckt aber nicht nur, sondern leistet auch als Heilpflanze gute Dienste – etwa indem sie das Immunsystem anregt.   mehr

Ist Low Carb besser als andere Diäten?
Ist Low Carb besser als andere Diäten?

Blick in Studien

Low-Carb-Diäten basieren auf dem Prinzip, möglichst wenig Kohlenhydrate zu essen. Mit dieser Methode lässt sich ziemlich sicher Gewicht reduzieren. Fraglich ist aber, ob Low Carb besser funktioniert als andere Diäten.   mehr

Stillen: Am besten 12 Monate lang
Stillen: Am besten 12 Monate lang

Gut für Mutter und Kind

Stillen ist gut für Mutter und Kind. Eine neue Leitlinie fasst die wichtigsten Empfehlungen rund ums Stillen zusammen.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Ratgeber Thema im April

Was tun, wenn das Kind fiebert?

Was tun, wenn das Kind fiebert?

Temperaturalarm im Kinderzimmer

Wie misst man die Temperatur am besten? Muss man Fieber senken? Und vor allem: Wann muss das Fieberk ... Zum Ratgeber
Schloss-Apotheke
Inhaberin Liane Koch Schönhofer
Telefon 07124/44 38
E-Mail info@schlossapotheke-trochtelfingen.de