Nahrungsergänzung im Blick: Niacin


Sinn oder Unsinn?
Nahrungsergänzung im Blick: Niacin

Egal ob Herz, Gehirn oder der Stoffwechsel: Ohne Niacin funktioniert es nicht. Doch müssen es deshalb gleich Nahrungsergänzungsmittel sein oder reicht die Aufnahme über Lebensmitteln aus?

Wofür wird Niacin benötigt?

Hinter dem Vitamin Niacin verbergen sich gleich zwei Substanzen: Nicotinsäure und Nicotinamid. Sie unterscheiden sich aber nur wenig voneinander und entfalten die gleiche Wirkung im Körper. Als Bestandteil von Enzymen, den Biokatalysatoren des Körpers, sind sie an über 200 Stoffwechselprozessen beteiligt. Ohne Niacin funktionieren weder der Energiestoffwechsel noch das Nervensystem. Auch die Stimmung oder die Haut nehmen bei einem Niacin-Mangel Schaden.

Wo ist Niacin enthalten?

Gerade weil Niacin für den Körper so wichtig ist, wird der tägliche Bedarf auf zwei Wegen gedeckt:

  1. Aufnahme über Lebensmittel: Niacin kommt zwar in fast allen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor, allerdings in geringen Mengen. Nur außergewöhnliche Lebensmittel wir Leber, Sardinen oder Erdnüsse liefern dem Körper viel Niacin.
  2. Eigenproduktion: Der Körper ist in der Lage, Niacin aus Tryptophan herzustellen. Diese Aminosäure kommt in proteinreichen Lebensmitteln wie Milch, Fleisch oder Eiern vor.

Wer braucht Nahrungsergänzungsmittel?

Durch diese „doppelte“ Aufnahme sind die meisten Menschen gut mit Niacin versorgt und müssen sich keine Sorgen über einen Mangel zu machen. Gefährdet sind vor allem Alkoholiker oder Menschen mit chronischen Verdauungsstörungen, wie zum Beispiel Morbus Crohn. Auch Menschen mit einem Proteinmangel oder einen B-Vitamin-Mangel haben ein erhöhtes Risiko für einen Mangel.

Fehlt das wichtige Vitamin, kommt es zu „Pellagra“. Diese Krankheit zeigt sich durch gerötete Haut, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Weil auch die Nerven von einem Mangel betroffen sind, treten oft Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Depressionen auf. Weil die Symptome so unspezifisch sind, sollte man einen Verdacht auf jeden Fall in der Hausarztpraxis abklären.

Sich selbst mit Niacin zu behandeln, ist nicht empfehlenswert. Vor allem Produkte aus dem Internet enthalten zu hohe Mengen des Vitamins. Durch die Überdosierung kommt es zu ähnlichen Symptomen wie bei einem Mangel, also geröteter Haut, Magen-Darm-Beschwerden oder Juckreiz. Im schlimmsten Fall drohen Leberschäden. Als Faustregel gilt deshalb, nicht mehr als 20 Milligramm Nicotinsäure oder 900 Milligramm Nicotinamid in Nahrungsergänzungsmitteln pro Tag aufzunehmen. Eine Überdosierung durch Lebensmittel ist hingegen sehr unwahrscheinlich.

Quellen: Elmadfa und Leitzmann: Ernährung des Menschen, utb, 2019; Verbraucherzentrale; Bundeszentrum für Ernährung; Eurpäische Behörde für Lebensmittelsicherheit; Stahl und Heseker: Niacin, Ernährungsumschau 12/08

News

Sonnenbrille schützt vor Augenschäden

Nahaufnahme einer Frau mit Sonnenbrille vor einem Sonnenuntergang.

Ab UV-Index von 3 aufsetzen

Ob am Strand, auf der Terrasse oder im Gebirge: Dass man in der Sonne die Haut vor UV-Strahlen schützen muss, ist inzwischen selbstverständlich. Weniger bekannt ist, dass auch die Augen Schutz vor dem UV-Licht benötigen.   mehr

Gesund baden
Gesund baden

Tipps für Frauen und Mädchen

Sommerzeit ist Badezeit. Doch gerade nasse Badekleidung begünstigt Infektionen. Einige Regeln helfen Frauen, vorzubeugen.   mehr

Nicht jedes Medikament ist sicher
Nicht jedes Medikament ist sicher

Arzneimittelkauf im Urlaub

Medikamente im Urlaub spontan vor Ort kaufen? Das kann in manchen Ländern riskant sein. Gesundheitsexpert*innen warnen vor gefälschten oder minderwertigen Arzneimitteln und geben Tipps, wie sich Reisende vor gesundheitlichen Folgen schützen können.   mehr

Slushies können Kindern schaden
Slushies können Kindern schaden

Nicht zu viel davon genießen!

Bunt, eiskalt und süß: Slush-Ice-Getränke sind im Sommer vor allem bei Kindern beliebt. Doch das Vergnügen birgt Gefahren. Schon ein großes Getränk kann bei den Kleinen Kopfschmerzen, Schwindel oder sogar Bewusstseinsstörungen auslösen.   mehr

Bauchmigräne bei kleinen Kindern
Bauchmigräne bei kleinen Kindern

Bauchweh und Lichtscheu

Kinder leiden oft unter Bauchschmerzen. Tauchen sie immer wieder auf und werden dabei von Lichtscheu oder Kopfschmerzen begleitet, handelt es sich womöglich um eine Bauchmigräne.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Ratgeber Thema im August

Gut leben mit Vorhofflimmern

Gut leben mit Vorhofflimmern

Keine Chance dem Schlaganfall!

Vorhofflimmern bedeutet nicht, auf ein aktives Leben verzichten zu müssen. Wer seine Medikamente zuv ... Zum Ratgeber
Schloss-Apotheke
Inhaberin Liane Koch Schönhofer
Telefon 07124/44 38
E-Mail info@schlossapotheke-trochtelfingen.de